Wissenswertes über Phosphor im Stahl

PSchmelzpunkt 44 °CPhosphor

Wird meist als Stahlschädling betrachtet, da P starke Primärseigerungen bei der Erstarrung der Schmelze und die Möglichkeit zu Sekundärseigerungen im festen Zustand durch die starke Abschnürung des γ-Gebietes ergibt. Infolge der verhältnismäßig geringen Diffusionsgeschwindigkeit, sowohl im α- als auch im γ-Mischkristall können gegebene Seigerungen nur schwierig ausgeglichen werden. Da es kaum möglich ist, eine homogene Verteilung des P zu erzielen, versucht man, den P-Gehalt sehr niedrig zu halten und dementsprechend bei hochwertigen Stählen eine obere Grenze von 0,03-0,05% anzustreben. Das Ausmaß der Seigerungen kann nicht mit Sicherheit bestimmt werden. P erhöht schon in geringsten Gehalten die Empfindlichkeit gegen Anlassversprödung. Die P-Versprödung steigt mit der Zunahme des C-Gehaltes, mit steigender Härtetemperatur, mit der Korngröße und mit der Verminderung des Verschmiedungsgrades. Die Versprödung tritt als Kaltbrüchigkeit und Empfindlichkeit gegenüber Schlagbeanspruchung (Sprödbruchneigung) in Erscheinung. In schwachlegierten Baustählen mit C-Gehalten von etwa 0,1% erhöht P die Festigkeit und die Korrosionsbeständigkeit gegen atmosphärische Einflüsse; Cu unterstützt die Verbesserung der Korrosionsbeständigkeit (rostträge Stähle). P-Zusätze können in austenitischen Cr-Ni-Stählen Streckgrenzenerhöhungen bedingen und Ausscheidungseffekte erzielen.

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